Roman Fischer im Interview |
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| Geschrieben von: Simone Bauer |
| Mittwoch, 10. November 2010 16:53 |
Wir haben für euch mit dem Wunderkind der Szene gesprochen: Roman Fischer! Ganz beiläufig neben Themen warum er auf Englisch singt und was er von Castingacts hält, verriet er auch noch eine Kleinigkeit, worüber sich die bayrischen Fans besonders freuen werden...
DSC: Für alle, die noch nichts von dir gehört oder gelesen haben, wer ist Roman Fischer und was machst du für Musik? Ich bin ein Solokünstler der 3 CDs gemacht hat und zur Zeit in Berlin lebt. Meine Musik ist mal ruhig, melancholisch oder schnell und auch teutonisch.
DSC: Du spielst Gitarre, Klavier und Keyboard. Wie hast du damit angefangen dich für Musik zu interessieren und sie selbst zu spielen? Musik war etwas das einen besonderen Wert für mich gewonnen hatte als ich mit 9 Jahren festgestellt habe wie weitreichend Musik sein kann und in Berührung kam mit Musik, die ich so noch nicht aus Radio und Fernsehen gekannt hatte. Klassische Musik ist genauso immer schon ein Bestandteil für mich gewesen wie Radiomusik. Ich übte mich von da an jahrelang hauptsächlich am Klavier und Gitarre und schrieb Songs.
DSC: Was hältst du von Musikern, die nicht diesen Werdegang durchlaufen, sondern, wie momentan recht häufig, gecastet werden? Ich finde das nicht schlimm, wenn man daran teilnimmt. Das muss jeder selber wissen.Ich finde es schade, dass der freie Markt für unabhängige Musik durch Zentralisierung der Macht unter den Interessen von vereinzelten Menschen und Gruppierungen verdrängt wird.
DSC: Du hast im Chor der Sportfreunde Stiller für das „MTV Unplugged in New York“-Projekt gesungen und schon Indie-Größen wie Kasabian, Tomte, Arctic Monkeys und zuletzt Hurts supportet. Fällt es dir leicht, dich zurückzunehmen und andere Bands zu unterstützen, oder würdest du viel lieber eigene Headline-Tours spielen, bei denen sich alles um dich dreht? Ich werde mich in der nächsten Zeit zunehmend auf meine eigenen Dinge konzentrieren. Das hätte ich schon viel früher tuhen sollen. Ich spiele auch oft als Headliner. Ich will dabei, dass nicht alles um mich geht, da ich auf Tour ja auch meine Band dabei habe. Für Egoismus ist auf Tour mit mehreren Leuten nur wenig Platz.
DSC: Du bist von Bayern nach Berlin gezogen. War es wichtig für dich als Künstler in die Hauptstadt zu wechseln oder war es von deiner Musik unabhängig? Meine Entscheidung hier her zu gehen hatte, ursprünglich nicht wirklich etwas mit meiner Musik zu tun, meine Musik stand mir dabei allerdings auch nicht im Weg. Zu einem gewissen Teil geniesse ich die Anonymität und die Lockerheit, die Berlin an den Tisch legt, deswegen bin ich hier her. Ich wollte damals unbedingt mein Leben verändern und in die große Stadt ziehen.
DSC: Für das Video zur ersten Single deines aktuellen Albums „Roman Fischer“, „Into Your Head“, hast du mit Kim Frank von ECHT zusammen gearbeitet. Wie war das für dich und welcher Künstler steht noch auf deiner Wunschliste? Es war interessant! Er ist nach Julian Reich der zweite Regisseur mit dem ich gearbeitet habe, aber ich kann keine Vergleiche ziehen...Beide Dreharbeiten dauerten nur einen Tag, die Ergebnisse kann jeder selber beurteilen. Ich habe viele auf meiner Liste. Vincent Gallo wäre cool. Die anderen Regisseure wie Ingmar Bergmann, die ich alle vergöttere sind leider schon tot.
DSC: Welche Musiker inspirieren dich – oder gibt es andere Quellen, aus denen du deine Einflüsse ziehst? Joan as Policewoman, Interpol, MF DOOM. Ich ziehe meine Einflüsse definitiv nicht über den verbalen Austausch über Musik, sondern durch eine Vision. Eine Erfahrung die es wert ist geteilt zu werden. Mystik und Okkultismus interessieren mich. Meditationen, Religionen, aber auch Technologie. Mich interessieren Informationen.
Ich freue mich definitiv über Komplimente. Aber jetzt wo Du mich frägst, bin ich mir nicht sicher darüber wie nah ich Komplimente an mich ran lasse. Ich bin auch ein Zweifler und werde es wahrscheinlich immer bleiben. Aber ich weiß diese Dinge zu schätzen.
DSC: Auf deinem ersten Album „Bigger Than Now“ präsentierst du den Song „Fashion“ – wie wichtig ist dir der erste, oberflächige Eindruck und wie viel Wert legst du auf deinen eigenen Stil? Mein Stil? Ich finde das eher zweitrangig.
DSC: Warum singst du lieber auf Englisch als auf Deutsch – ist es die Möglichkeit, sich mit einem gewissen „Schutz“ auszudrücken, da nicht jeder so gut Englisch versteht, oder vielleicht der Wunsch nach Internationalität? Sehr viele Leute verstehen Englisch und mein Interesse wurde für diese Sprache auch durch andere Musik geweckt. Ich habe ja auch schon mal Songs auf Deutsch geschrieben und gesungen. Es liegt mir beides gleich nah und fern zugleich. Die Sprache ist für mich nicht so wichtig, weil ich denke, dass Musik immer noch eine universelle Sprache ist die vieles ausdrücken kann in verschiedenen Ebenen.
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