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Tiemo Hauer, der Stuttgarter Newcomer im Interview

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Geschrieben von: Adriane Haussmann   
Mittwoch, 24. November 2010 12:17
Es ist 11 Uhr morgens und in einem Stuttgarter Cafè wartet der Musiker Tiemo Hauer auf mich. Ganz leger in Jeans und T-Shirt wartet der Newcomer, um über seine Musik und seine musikalischen Pläne zu reden. Bei Cola und Wasser wird über das Debütalbum und die ersten Gehversuche in der Musikbranche geplaudert. Was dabei heraus kam?  Schaut einmal selbst in unserem Interview…

 

DSC: Für alle, die bisher noch nie den Namen Tiemo Hauer gehört haben, was sollte man über dich unbedingt wissen, um zu wissen wer du bist?

Das Wichtigste ist, dass man weiß, dass ich selber Musik mache. Ich produziere und schreibe meine eigene Musik.

 

DSC: Wie kamst du zur Musik?

Meine Schwester hatte Klavierunterricht und ich wollte dies dann auch. Habe dann aber wieder damit aufgehört, weil es doch nicht so mein Ding war. Als dann meine Nachbarin umgezogen ist, habe ich ihr Schlagzeug bekommen. War eigentlich alles recht zufällig bei mir. Als meine ganzen Bands dann nicht funktioniert haben in denen ich gespielt habe, habe ich einfach angefangen meine eigenen Songs zu schreiben. Aber wirklich richtig bewusst, habe ich den Weg nicht eingeschlagen.

 

DSC: Wann und wo war dein erster Auftritt?

Als Solokünstler war er das erste Mal 2008 bei einem Schulfest an meiner Schule. Zählt man das Vorspiel am Jahresende mit, das es beim Klavierspielen immer gab, dann war mein erster Auftritt vor 12 Jahren.

 

DSC: Wenn du jetzt auf deinen bisher größten Auftritt bei Energy in the Park und einen ganz kleinen Clubauftritt zurückschaust, was geht dir dabei durch den Kopf?

Ach, ich sehe darin keinen großen Unterschied. Natürlich ist es eine andere Stimmung, aber mir selbst ist es egal, ob ich vor 20 oder 20.000 Menschen spiele. Hauptsache ich kann meine Musik machen und die Leute haben ihren Spaß dabei.

 

DSC: Du hast letztes Jahr im Dezember deine erste Single „Ehrlich Glücklich“ in eigener Regie veröffentlicht, das heißt du bist du ohne Unterstützung eines Labels an den Start gegangen oder wie muss man sich das vorstellen?

Das Label wurde dafür extra gegründet, weil wir schauen wollten wie die Leute auf meine Musik reagieren. Aber außer mir und einer Punkband ist nichts auf dem Label.

 

DSC: Wie kamst du an deinen Plattenvertrag?

Durch meine erste Single haben wir ein bisschen Aufmerksamkeit erhalten und wollten damit dann die großen Plattenfirmen angehen. Aber irgendwie kam da dann nicht so das große Feedback, aber dann wurde die Presse mehr und mehr und dann habe ich doch meinen Vertrag bekommen.

 

DSC: Du hast deine Schule nun beendet, wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ich mache gerade nur Musik und habe gar keine Zeit für etwas anderes. Ich mache das jetzt einfach weiter und schau was passiert. Ich habe mir noch nicht einmal Gedanken für einen Plan B gemacht.

 

DSC: Am 08. Oktober erschien deine EP „Nacht am Strand“, was war das für dich für ein Gefühl zu wissen, dass ab jetzt noch mehr Menschen noch mehr von deiner Musik hören werden?

Es ist super! Ich liebe das Gefühl zu wissen, dass Leute im Bus oder Auto meine Musik hören und abspielen und freue mich darauf, dass es bald noch mehr Songs von mir geben wird, da wir an einem Album arbeiten.

 

DSC: Gibt es schon Reaktionen auf die Release und wenn ja, wie sind sie ausgefallen? Liebesbriefe? Vor dem Haus lagernde Fans oder eher einfach Lob per Mail etc?

Manchmal werde ich in der Stadt erkannt, aber so gibt es keine verrückten Fans. Einmal stand jemand vor meiner Haustür, aber die waren sehr freundlich und wollten nur schnell „Hallo“ sagen.

 

DSC: Du hast in Ludwigsburg in den Bauer Studios deine Songs aufgenommen, war es das erste Mal für dich, dass du in einem professionellen Studio gearbeitet hast?

Ja, also bei meinen Demos war ich das erste Mal im Studio und hab das erste Mal überhaupt Studioerfahrung gesammelt. Aber die Songs wurden ohne Klick aufgenommen. Die Songs für mein erstes Album werden jetzt mit Klick und ein bisschen professioneller aufgenommen, obwohl das andere auch schon professionell war.

 

DSC: Auf der EP befindet sich auch der Song „Nein!“, der einen erschrocken starren lässt, wenn man begreift, worum es darin geht. Wie kommst du auf solche Texte?

Diesen Song habe ich zu einer Zeit geschrieben als sehr viel darüber im TV und der Presse berichtet wurde und ich musste irgendwie meine Gedanken dazu loswerden und verarbeiten und daher entstand dieser Song.

 

DSC: Wenn du einen Text über ein persönliches Erlebnis schreibst, das dir selbst sehr nah ging, ist es dann schwer solch einen Song vor mehreren Menschen vorzutragen?

Man gibt sehr viel von sich Preis und macht sich damit angreifbar, aber genau das macht Musik aus. Ich muss etwas schreiben, was ich selbst kenne und fühle, ich kann nicht einfach über irgendwas schreiben und das dann singen.

 

DSC: Wie muss man sich den Prozess bei dir vorstellen, wenn du an einem neuen Stück arbeitest?

Es gibt Unterschiede, manchmal ist erst der Text da, manchmal zuerst die Melodie am Klavier. Und dann entwickelt sich das automatisch weiter. Steht der Text und die Melodie, dann wird aus dem Klaviersong ein Song mit Bass bzw. Band. Dabei hilft mir meine Liveband, die den Song dann für mich im Studio einspielt.

 

DSC: Gibt es schon einen Plan für die Veröffentlichung deines Debütalbums?

Ja, aktuell arbeiten wir noch daran. Circa die Hälfte haben wir bereits geschafft. Ich hoffe, dass es Anfang nächsten Jahres veröffentlicht wird. Aber zuvor wird leider auch nichts anderes mehr von mir erscheinen.

 

DSC: Wenn wir schon beim Thema CD sind, was war deine letzte CD, die du dir gekauft hast?

Das ist schwer, weil ich viel bei itunes kaufe. Aber meine letzte CD…. ich glaube das war das zweite Album von Fotos. Ja, das müsste es gewesen sein, aber an den Title kann ich mich schon nicht mehr erinnern.

 

DSC: Du lebst und arbeitest hier in Stuttgart, zieht es dich wie viele andere Musiker auch nach Berlin oder siehst du hier ebenfalls gute Chancen für dich?

Stuttgart ist meine Heimatstadt und ich denke von hier aus kann man auch alles organisieren. Es gibt höchstens mal ein Problem mit den Terminen bei der Plattenfirma, die in Berlin sitzt, aber dann fährt man da eben hin. Aber dies allein ist für mich kein Grund nach Berlin zu ziehen.

 

DSC: Man vergleicht dich mit Philipp Poisel und Jasper, wie siehst du selbst diesen Vergleich?

Also Jasper finde ich gar nicht ähnlich. Er ist ein cooler Typ, ich habe ihn mal kennengelernt, aber er hat eine ganz andere Art zu singen und zu schreiben. Philipp ist da schon eher ähnlich. Ich bin gut bekannt mit ihm und mag seine Musik sehr gerne. Ich finde da liegt der Vergleich schon nahe, aber ein Unterschied ist immer noch da.

 

DSC: Wie fühlst du dich, wenn eine Zeitung wie die BRAVO dich als „Den neuen Herzensbrecher“ betitelt?

Ich finde es albern und finde es klingt gemein. „Herzensbrecher“ ist für mich ein Wort mit dem ich nicht identifiziert werden möchte. Ich mache Musik und will damit Emotionen wecken, das ist mein Ziel und nicht irgendwelche Herzen brechen und Menschen weh tun.

 

DSC: Was würdest du gerne einmal über dich in der Zeitung lesen?

Ich finde jede Überschrift schön, die sich auf meine Musik anstatt auf meine Person bezieht. Besonders wenn das Wort „ehrlich“ darin vorkommt, gefällt es mir sehr gut, so wie bei: „Ein ehrliches Talent“ oder „Ehrliche deutsche Popmusik“.

 

DSC: Was sind die nächsten Pläne in deinem Leben, die nun in Angriff genommen werden?

Eine Tour wird es vorerst nicht geben, aber ich werde noch ein paar Konzerte spielen und das Album weiter produzieren, damit es nächstes Jahr veröffentlicht werden kann. Und ich muss zugeben, bisher gefällt es mir selbst sehr gut, was bisher dafür zustande gekommen ist. Man darf also gespannt sein.

 

Und hier könnt ihr Tiemo in Ton und Bild erleben:

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Interessante Links:
Tiemo Hauer, ein neues, deutsches Talent
Philipp Poisel - ein melancholisches Debüt

 

Fotos: © Adriane Haußmann

 
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